Lewis Hamilton und Lando Norris konnten ihre Geschwindigkeitsvorteile beim Großen Preis von Mexiko nur schwer in Überholmanöver umsetzen. Beide Fahrer verwiesen auf eine Regel für 2026, die die Energiefreigabe bei hohen Geschwindigkeiten begrenzt. Hamilton nannte die Beschränkung „dumm“, während Norris sagte, sie „ruiniert den Rennsport“.

Mexikos lange Start-Ziel-Gerade bot den Fahrern die Möglichkeit, den Windschatten und den Überholmodus zu nutzen, der zusätzliche 0,5 Megajoule Energie bereitstellt. Doch Hamilton kam nicht nahe genug heran, um Max Verstappen zu überholen, und Norris hatte hinter Charles Leclerc dasselbe Problem. Aufgrund der geschwindigkeitsabhängigen Leistungsgrenzen der Vorschrift sank die Energiefreigabe des nachfolgenden Autos mit zunehmender Beschleunigung.

Nach dem Reglement für 2026 müssen Autos ohne Überholmodus die Batterieleistung oberhalb von 290 km/h reduzieren; bei 345 km/h sinkt die Energiefreigabe auf null. Bei aktiviertem Überholmodus beginnt die Reduzierung oberhalb von 337,5 km/h und erreicht bei 355 km/h null. Auf den meisten Rennstrecken erreichen die Fahrer diese Geschwindigkeiten entweder nur selten oder haben bereits einen Großteil ihrer verfügbaren Energie genutzt. In Mexiko sorgte der Streckenverlauf dafür, dass die Autos beim Einbiegen auf die Start-Ziel-Gerade noch über reichlich Energie verfügten, sodass die Begrenzungen schon früh griffen.

Das bedeutete, dass die Leistung eines Autos, das auf das vorausfahrende aufschloss, automatisch reduziert werden konnte. Hamiltons Telemetriedaten zeigten, dass er zu Beginn der Geraden auf Verstappen aufholte. Im weiteren Verlauf verringerte sich der Geschwindigkeitsunterschied jedoch, obwohl beide weiterhin voll beschleunigten.

Hamilton sagte, die Beschränkung verhindere, dass ein nachfolgendes Auto seine zusätzliche Leistung zum Überholen einsetzen könne. Auch Norris kritisierte den Begrenzer und argumentierte, dass er den Fahrern auf der Geraden kaum Gelegenheit lasse, Boden gutzumachen.

Die Bestimmungen zur Geschwindigkeitsbegrenzung wurden aus dem Reglement für 2027 gestrichen. Nach den überarbeiteten Regeln können Fahrer ohne Überholmodus im Rennen bis zu 300 kW abrufen, während Fahrer mit aktiviertem Überholmodus 350 kW einsetzen können. In bestimmten Streckenabschnitten bleiben einige geschwindigkeitsabhängige Grenzen bestehen, doch die allgemeine Beschränkung auf den Geraden, die den Großen Preis von Mexiko beeinträchtigte, gehört nicht mehr zum Reglement.

Quellen: The Race.