Brembo liefert 2026 Bremssättel an alle 11 Formel-1-Teams und stellt ausgewählten Teams komplette Bremssysteme zur Verfügung. Das Unternehmen erklärt, seine Rolle in der Meisterschaft in fünf Jahrzehnten durch Hochleistungsprodukte und eine enge Zusammenarbeit mit jedem Kunden aufgebaut zu haben.

Brembo-F1-Ingenieur Andrea Dellavedova sagte gegenüber The Race, dass die Arbeit des Unternehmens über die Lieferung von Komponenten hinausgeht. Die Ingenieure sammeln Rückmeldungen und passen die Konstruktionen an die Anforderungen jedes Teams an. Deshalb unterscheiden sich die Bremssysteme erheblich, insbesondere darin, wie sie die Bremssättel kühlen und die Wärme im Inneren des Rads regulieren.

Diese Unterschiede betreffen mehr als nur den Bremssattel selbst. Brembo zufolge müssen auch die Scheiben und Beläge zur Konstruktion und Geometrie des Bremssattels passen. Jedes Teamfahrzeug stellt andere Anforderungen an die Kontrolle der Bremstemperaturen und die Bremsleistung.

Brembo setzt an jedem Grand-Prix-Wochenende zwei Ingenieure bei jedem Team ein. Sie helfen dabei, die Bremstemperaturen und die von den Scheiben abgegebene Energie zu überwachen, und arbeiten mit den Teams daran, die Betriebsbedingungen anzupassen. Die Ingenieure unterstützen außerdem bei Problemen, die die Sicherheit beeinträchtigen könnten, darunter mögliche Lecks im Hydrauliksystem.

Das Unternehmen erklärt, bei allen Teams denselben Ansatz zu verfolgen, ungeachtet der langjährigen Zusammenarbeit mit Ferrari. Dellavedova sagte, Brembo halte monatliche Besprechungen mit Ferrari ab und verfahre ebenso mit anderen Teams, darunter Audi und Mercedes. Bei neueren Teams wie Cadillac greife das Unternehmen ebenfalls auf seine Erfahrung zurück, um die Entwicklung der Bremssysteme zu unterstützen.

Auch die Beziehung von Brembo zu den F1-Fahrern hat die Geschichte des Unternehmens im Sport geprägt. Ayrton Senna bevorzugte bei Lotus die Bremsen von Brembo und trug dazu bei, sie nach seinem Wechsel 1988 zu McLaren mitzunehmen. Michael Schumacher verwendete bei Benetton einen speziellen Bremssattel von Brembo und wollte ihn auch bei Ferrari einsetzen; die Konstruktion verfügte über vier Beläge und acht Kolben.

Dieses Bremssattelkonzept ist in Brembos Produktpalette für 2026 zurückgekehrt. Das Unternehmen erklärt, dass sich Materialien und Fertigung seit den späten 1990er-Jahren verändert haben und die Carbonbremsscheiben nun im eigenen Haus hergestellt werden, das Prinzip der Leichtbaukonstruktion jedoch fortbesteht. Brembo zufolge kann eine Gewichtsreduzierung im Rad die Fahrdynamik verbessern.

Quellen: The Race.